Obstmühle
Das meiste Obst, das wir auspressen wollen, muss vorher gemahlen oder gequetscht werden.
Mit einigen Mühlen kann man nur Kernobst zerkleinern. Andere kann mann anpassen oder ein wenig umbauen, wenn zum Beispiel Kirschen oder Pflaumen eingemaischt werden sollen. Es sind drei Typen von Mühlen in Kleinbetrieben in Verwendung: Eine Schleuderfräse (Typ Voran), eine Rätzmühle (Typ Kreuzmayr) sowie eine Schneidemühle (Typ Speidel). Das Modell von Speidel ist für einen gewerblichen Einsatz aufgrund seiner Leistungsfähigkeit nur bedingt geeignet. Die Schleuderfräse unterscheidet sich von der Rätzmühle in der Konstruktion der Reißzähne.
Bei der Schleuderfräse lassen sich die gebogenen Lochsiebe sehr leicht auswechseln. Beim Typ Rätzmühle sind die Reißzähne fest verschraubt und ein Umbau für eine gröbere oder feinere Maische dauert deutlich länger. Grundsätzlich sollte der Zerkleinerungsgrad der Maische zum Obst und zur verwendeten Presse (auch zum verwendeten Presstuch oder Band) passen. Um so dicker die Schicht in der Presse sein soll, desto gröber sollte die Maische sein. Umso feiner gemahlen wird, desto dünner muss gepackt oder aufgetragen werden und desto höher kann die Ausbeute sein.
Für Bandpressen wird etwas feiner gemahlen, als für Packpressen, da die Schichten auf der Bandpresse dünner sind. Im Lohnbetrieb mahlt man für unterschiedliche Kunden am selben Tag eher grob, verzichtet auf die höchste Ausbeute und versucht möglichst viele Partien pro Tag zu verarbeiten. Will man eine höhere Ausbeute erzielen, wird etwas feiner gemahlen und langsamer (dünner) gepresst.
Überlagerte Äpfel müssen möglichst grob gemahlen werden. Die Schichten sollten trotzdem dünn sein und dürfen nicht zu hastig ausgepresst werden, da es kaum noch Drainagekanäle in der Maische gibt. Harte Quitten sollten möglichst fein gemahlen werden. (ohne die Mühle dabei zu überlasten!) Die Schichten können trotzdem dick sein, da auch fein gemahlene Quitten eine sehr gut strukturierte Maische ergeben.
Wenn Die Maische zu breiig ist, kann man Zuschlagsstoffe einlegen oder einrühren:
- Strohhalme
- Strohäcksel
- Hobelspäne
- Reisspelzen
- Cellulosefasern.
Alle Materialien müssen weitestgehend geschmacksneutral und für die Verarbeitung von Lebensmitteln zulässig sein.
Autor: Florian Profitlich, Gutshof Kraatz
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